SEO- Wissen: Content als Rankingfaktor

„Hi, mein Name ist Julia und ich schreibe täglich/wöchentlich/monatlich Content. Ich höre jetzt wieder auf damit, denn es bringt nichts.“ Kennen Sie das, verehrte/r Leser/in? Da mühen Sie sich ab, schreiben jede Woche (Monat, Tag, Sie wissen schon) Texte. Zuvor haben Sie sich lange mit der Auswahl der richtigen Keywords beschäftigt, vielleicht auch jemanden engagiert, der Ihnen dabei hilft. Die Texte, ja die Texte können Sie jetzt doch selbst schreiben. Hat Ihnen der Suchmaschinen-Berater sicher auch gesagt. Ist ja auch viel günstiger und Sie sind der Profi! Kommt Ihnen das bekannt vor? Tja, dann ran an die Tasten. Schreiben, schreiben, schreiben. „Geilen Content, der ins Hirn knallt“, sagt Karl Kratz. Holistisch muss der Content sein, sagt ein anderer. „Mehrwert, Mehrwert, Mehrwert soll es bringen.“ Sie sind es leid? Sie fühlen sich hin und her gezerrt, weil zwar alle vom „Mehrwert für den User“ sprechen, Ihnen aber niemand sagt, was genau das ist. Dann können Sie jetzt aufatmen. Denn wir haben hier eine Checkliste, durch die auch Sie „geilen Content“ verfassen können. Content, der nicht nur der Suchmaschine gefällt, sondern auch Ihrem Besucher.

Alles auf Anfang: Warum Sie in guten Content investieren müssen.

Bevor ich Ihnen hier unsere Checkliste für guten Content liefere, eine kleine Geschichte (aus dem wahren Marketing-Leben).

Es war einmal eine Suchmaschine, nennen wir sie doch einfach mal Google. Diese Suchmaschine will die beste Suchmaschine der Welt werden. Die beste Suchmaschine der Welt wird sie aber nur, wenn sie bei jeder Suchanfrage genau die Antwort liefert, die der Suchende (ob bewusst oder nicht) sucht. Wenn Sie selbstständig sind und Dr. Google fragen, was man denn gegen „dieses blöde Gefühl, wenn ein Kunde einfach abspringt“ machen kann, dann wollen Sie genau darauf eine Antwort. Nicht darauf, was Sie tun, wenn Sie leider einen blöden Chef erwischt haben. Doch Sie wollen noch mehr. Sie wollen echte Hinweise. Einen Text zur Theorie wollen Sie nicht. Sie wollen sich vielleicht austauschen und da wäre doch so ein Forum für „gefrustete Selbstständige“ genau das Richtige für Sie. Vielleicht wollen Sie aber auch ganz konkrete Beispiele hören, wie Sie das Gefühl jetzt loswerden.

Dr. Google macht jetzt Folgendes: Es sucht in seiner Datenbank aus Millionen von Seiten nach den Wörtern, die Sie in das Suchfeld eingegeben haben. Vor ein paar Jahren wären es genau diese Wörter, gewürzt mit ein paar Keywords, die Ihnen die Ergebnisse geliefert hätten. Suchmaschinenoptimierung war damals noch recht einfach gestrickt. Da diese Ergebnisse für Sie aber nicht unbedingt zielführend waren, musste Google sich weiter entwickeln.

Content ist einer der Rankingfaktoren im Hause Google.

Damit Sie weiterhin Google für das Maß aller Suchmaschinen halten, musste sich die Suchmaschine was einfallen lassen. So kam es, dass immer mehr Rankingfaktoren Berücksichtigung fanden. Schätzungen zufolge sind es weit mehr als 100 an der Zahl. Darunter gibt es direkte Rankingfaktoren und indirekte. Es gibt wichtigere und unwichtigere. Einer der wichtigeren Rankingfaktoren ist der Content einer Seite. So viel verrät auch der sonst eher schweigsame Riese aus den USA. Geiler Content ist jedoch weit mehr als das Anbringen von Keywords an der richtigen Stelle. Wenngleich Keywords nach wie vor ihre Daseinsberechtigung haben und wichtig sind. Doch noch wichtiger ist die Suchintention Ihres Besuchers und die Erwartung, die es zu erfüllen gilt. Je nach Zielgruppe (und die ist wirklich entscheidend), müssen Sie Ihren Content stricken.

So bewertet Google guten Inhalt

Leider ist es so, dass nicht nur Ihre Zielgruppe entscheidet, was guter Inhalt ist. Auch Google oder die Suchmaschine im Allgemeinen bewertet Ihren Inhalt. Da die Bewertung aber sehr subjektiv ist, stellt sich natürlich die Frage, wie solch eine Bewertung aussehen kann. Denn Google ist nun mal nur eine Maschine. Um das Defizit von „mangelnder Empfindung“ ausgleichen zu können, misst die Suchmaschine unterschiedliche Signale. In ihrer Gesamtheit helfen diese Signale der Suchmaschine, gute von schlechten Inhalten zu unterscheiden. Dazu teilt die Suchmaschine die Signale in zwei Kategorien. In die internen und externen Signale für guten Content.

Interne Signale sind etwa der Umfang des Textes, weitere multimediale Inhalte und die Verwendung von Schlüsselwörtern in Titel, Text, Medien oder externen Links. Auch die Verweildauer und Absprungrate ist ein wichtiges Signal. Springt der Nutzer (User/Besucher etc.) schnell ab, war der Inhalt wohl nicht interessant genug.

Externe Signale sind etwa Backlinks. Warum, erfahren Sie in unserem Beitrag zu Backlinks. Aber auch die Anzahl von Kommentaren oder Signale aus sozialen Medien sind interessant und helfen dabei, Inhalte zu bewerten.

Der Content und Ihre Zielgruppe

Das Wichtigste bei der Contenterstellung ist meiner Meinung nach die Zielgruppe. Was erwartet sie? Nehmen wir den Optiker Schmidt aus Frankfurt. Er bietet exklusive Brillengestelle zu exklusiven Preisen an. Nehmen wir an, „Optiker Frankfurt“ wäre sein Keyword. Ein Blogbeitrag zu „schöne und günstige Brille“ würde sicher zu viel Traffic auf seiner Seite führen. Da unser Optiker aber keine günstigen Brillen im Angebot hat, macht er keinen Umsatz. Vielmehr wird der Besucher nach einem Blick auf die Kollektion die digitale Flucht ergreifen. Der Optiker würde in der Folge „Suchmaschinenoptimierung“ als Humbug abtun und sich wieder dem klassischen Marketing zuwenden. Kann ich verstehen.

Ein anderes Beispiel: Der Mamablog „Apfelbaum“ lebt vom Affiliate Marketing. Das bedeutet, die Einnahmen der Bloggerin kommen durch bezahlte Werbung von Unternehmen. Eine denkbar schlechte Strategie wäre nun, so viele Produktbeschreibungen wie irgendwie möglich zu veröffentlichen. Denn die Zielgruppe möchte doch so viel lieber die Geschichte hören, was die Bloggerin in den Ferien erlebt hat. Dass sie auf dem Bauernhof „glückliche Kühe“ war. Wie toll es die Kinder fanden, jeden Tag im Pferdestall zu verbringen und wie entspannt es die Mutter fand, diese Zeit für sich zu haben. Wenn dann an irgendeinem Punkt ein Link zu dem entsprechenden Bauernhof eingefügt ist, weil es wirklich schön war, dann wird das wirklich als Empfehlung wahrgenommen und nicht als „Werbung“. Denn mal ehrlich: Der Blogleser hat dem privaten Fernsehen vor Jahren abgeschworen, weil er keine Lust mehr auf permanente Berieselung mit „ach so tollen“ Produkten hatte. Er ist auf Netflix umgestiegen, um selbst bestimmen zu können, was gefällt. Jetzt soll er also auf diese Art und Weise doch noch beeinflusst werden. „Bäh, schämt euch!“ Sie verstehen, worauf ich hinaus will. Wenn auch etwas plakativ.

Als letztes Beispiel nehmen wir uns von sichtbar.online. Unsere Besucher wollen Fakten lesen. Sie wollen konkrete Beispiele lesen und Tipps erhalten, die funktionieren. Geschichten von unseren Kindern? Vom letzten Urlaub? Das verschwendet doch Ihre Zeit. Heldengeschichten? Vielleicht? Aber nur, wenn es was mit unserem Business zu tun hat. Wie etwa unser Text „Der Weg in den Google-Index“. Eine klassische Heldengeschichte, gespickt mit zahlreichen, nützlichen Infos. Kein Blabla. Wir wissen, Sie haben keine Zeit, um stundenlang von langweiligen Nebengeschichten gequält zu werden. Deshalb kommen wir auf den Punkt.

Guten Content erkennt man daran, dass er zu seiner Zielgruppe passt.

Es tut mir leid, aber leider gibt es keine Zauberformel, anhand derer guter Content erkannt und damit auch geschrieben werden könnte. Vielmehr ist es das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Zu aller erst müssen Sie Ihre Hausaufgaben machen. Wer ist Ihre Zielgruppe? Was genau will diese von Ihnen? Erstellen Sie einen Kundenavatar und stellen Sie sich vor jedem Text vor, Sie würden ein Gespräch mit diesem Stellvertreter führen. In einem Kundengespräch würden Sie vielleicht auch ein bisschen Small Talk führen. Doch dann würden Sie auf den Punkt kommen. Sie würden nur relevanten Inhalt wiedergeben. Sie würden informieren oder unterhalten, je nach Intention des Kunden. Was persönlich so leicht zu sein scheint, ist schriftlich jedoch um ein Vielfaches schwieriger. Ganz ehrlich: Wenn Ihnen das Schreiben nicht liegt, wenn es Sie bereits bei dem Gedanken graust, dann suchen Sie sich jemanden, der das kann. Es gibt nichts Schlimmeres als Texte, denen man Ihre Gefühle, Ihren Widerstand anmerkt. Ich möchte sogar noch einen Schritt weitergehen. Wenn Ihnen das Schreiben nicht liegt, das Budget aber auch keine Hilfe zulässt, dann lassen Sie das Schreiben bitte. Investieren Sie diese Zeit in Marketingmaßnahmen, die zu Ihnen passen. Auch wenn Onlinemarketing im Marketingmix nicht fehlen sollte, es ist auch nicht die einzige Möglichkeit, um Neukunden zu akquirieren.

Sie wollen schreiben? Es macht Ihnen Spaß? Sie wissen nur noch nicht, wie genau guter Content aussehen muss?

Dann ist meine Checkliste genau das Richtige für Sie.

Schreiben lernen, das geht wirklich. Sie werden merken, dass es meist ein bisschen Übung bedarf. Damit ein Text gut ist, gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Schreiben Sie kurz und knackig.
  • Achten Sie auf einen durchdachten Aufbau.
  • Verwenden Sie verschiedene, aussagekräftige Überschriften.
  • Zur Auflockerung sind Bilder und Grafiken gut.
  • Weiterführende Links bieten weiteren Mehrwert.

Sie brauchen eine zündende Idee.

Der meist schwierigste Part ist eine zündende Idee. Natürlich empfiehlt es sich nicht, einfach irgendwo abzuschreiben. Das kann ordentlich nach hinten losgehen. Doch Sie können sich inspirieren lassen. Schauen Sie über den Tellerrand. Was schreiben Mitbewerber? Also worüber schreiben sie. Wäre der Inhalt interessant für Ihre Kunden? Können Sie den Inhalt besser und vielleicht auch intensiver wiedergeben? Dann könnte das Thema interessant sein. Es könnte also diesen Mehrwert bringen, von dem andere immer reden. Eine weitere Inspirationsquelle ist Ihr beruflicher Alltag. Doch Vorsicht, je mehr Sie selbst in der „Materie“ stecken, desto schwieriger wird es, den Inhalt wirklich verständlich rüber zu bringen. Schreiben Sie außerdem nicht so sehr davon, was „Sie“ können und machen. Schreiben Sie vielmehr davon, was Ihr Kunde (Leser) davon haben wird.

Mission hochwertige Inhalte – Punkt 1: Schreiben Sie verständlich.

Die besten Tipps werden nicht gelesen, wenn sie nicht verstanden werden. Was und wie viel Ihr Leser versteht, hängt davon ab, was er bereits weiß. Besteht Ihre Zielgruppe eher aus „Neulingen“, dann verzichten Sie auf Fachchinesisch. Spricht es ein Fachpublikum an, machen Sie sich vielleicht lächerlich, wenn Sie Fachbegriffe immer umschreiben. Außerdem sollten Sie darauf achten,

  • kurze Sätze zu formulieren,
  • kurze Wörter zu verwenden,
  • mit dem Wesentlichen beginnen,
  • Verben bevorzugen,
  • eine bildhafte Sprache verwenden.

Mission hochwertige Inhalte – Punkt 2: perfekte Rechtschreibung und Grammatik.

Auch wenn das jetzt ein wenig oberlehrerhaft klingt. Ein Text ist nur dann gut, wenn er auch fehlerfrei ist. Achten Sie auf eine gute Grammatik und vermeiden Sie Rechtschreibfehler. Da man bekanntermaßen seine eigenen Fehler nicht sieht, lassen Sie den Text korrigieren. Von einer anderen Person. Das muss nicht immer ein Lektor oder Korrektor sein. Wenngleich die Investition lohnt. Wenn das nicht im Budget ist, dann suchen Sie sich jemanden, von dem Sie wissen, dass er oder sie schon immer gut darin war.

Mission hochwertige Inhalte – Punkt 3: Textaufbau

Wie in einem guten Buch sollten Sie auf den Textaufbau achten. Wenn Sie Texte zum ersten Mal schreiben, machen Sie sich zuvor Gedanken zum Inhalt und gliedern Sie diesen. SEO-Texte sind übrigens absoluter Quatsch. Es gibt keine SEO-Texte. SEO-Texte sind gute redaktionelle Inhalte. Nicht mehr und nicht weniger. Achten Sie vor allem auf einen logischen Aufbau, bauen Sie Zwischenüberschriften ein und behalten Sie das Ziel des Textes immer im Blick. Wichtig ist natürlich auch, dass Sie die Wahrheit schreiben. Versteht sich aber sicher von selbst.

Mission hochwertige Inhalte – Punkt 4: Duplicate Content

Hui, Duplicate Content. Klingt spannend. Ist aber nicht neu. Sie kennen es schon aus der Schule. Wer abschreibt, bekommt eine 6. Genauso ist es auch im Web. Wenn es gut läuft, dann bestraft Sie „nur“ die Suchmaschine. Sie sorgt dafür, dass Ihr Text nicht indexiert wird und damit nicht über Google gefunden werden kann. Im schlimmsten Fall hören Sie vom Anwalt. Denn Abschreiben ist kein Kavaliersdelikt. Es ist eine Straftat und kann auch Schadensersatzansprüche nach sich ziehen.

Mission hochwertige Inhalte – Punkt 5: Fesseln Sie den Leser.

Stellen Sie sich vor, Sie und Ihr Leser haben das erste Date. Sie wollen sich doch von der besten Seite zeigen. Sie wollen die ganze Aufmerksamkeit und Eindruck machen. Bereits bei den Überschriften und der Einleitung entscheidet sich, ob es noch ein gemeinsames Abendessen gibt, oder ob es bei dem Drink bleibt. Machen Sie deshalb neugierig. Wecken Sie sein Interesse. Das gelingt Ihnen, indem

  • Sie ein Problembewusstsein schaffen,
  • das Thema ganz deutlich machen,
  • mit der Lösung einer Frage locken.

Schaffen Sie irgendwie eine Resonanz. Berühren Sie emotional. Seien Sie relevant und interessant. Lesen Sie dazu auch den Text „Gute Texte? Wir brauchen geile Inhalte, die direkt ins Hirn knallen!“

Mission hochwertige Inhalte – Punkt 6: Apropos Lösung

In der Regel hat Ihr Besucher ein Problem oder eine Frage, die es zu lösen oder zu beantworten gilt. Am Ende sollte daher immer ein ordentliches Ergebnis stehen. Schlagen Sie möglichst konkrete Lösungen vor oder ziehen Sie ein Fazit. So gibt’s sicher ein weiteres Date mit dem Besucher.

Mission hochwertige Inhalte – Punkt 7: Keywords

Weil geile Inhalte alleine nicht ausreichen (jedenfalls nicht nur), braucht es auch gute Keywords. Wie Sie diese ermitteln, verrate ich Ihnen in dem Beitrag zur Keyword-Bestimmung.

Mission hochwertige Inhalte – gar nicht so schwer!

Wie Sie sehen, ist es gar nicht so schwer, gute Inhalte zu verfassen. Es ist wie bei einem guten Essen. Die richtigen Gewürze, ein paar Basics und ein wenig Talent schaffen Sie es, dass Ihre Leser bis zum Schluss bleiben und gerne wiederkommen. In diesem Sinne freue ich mich auf Ihre Kommentare zu diesem Text und Ihre Erfahrungen mit der Content-Erstellung.