Duplikate Content vermeiden und nicht-www auf www.domain.de weiterleiten

Duplikate Content entsteht nicht nur, indem man doppelte Inhalte (absichtlich oder nicht) auf seiner eigenen Website veröffentlicht. Duplikate Content entsteht schon, indem Ihre Domain einmal unter „domain.de“ und unter „www.domain.de“ erreichbar ist. Wenn also keine Domain-Weiterleitung eingerichtet wurde. Dabei ist es wirklich simpel und verhindert so das Duplikate Content-Problem. Übrigens eins, dass noch immer recht häufig entsteht. In diesem Artikel verrate ich Ihnen, wie das Problem überhaupt erst entstand und wie Sie es selbst schnell lösen können.

Früher musste man das www voranstellen.

Ich erinnere mich noch gut an die Anfangszeiten des Web. Auch wenn ich sicher nicht zu den Ersten gehörte, die das Internet nutzten. Damals, als man noch für jede Einwahl in das „Netz“ zahlen musste und die Verbindung sofort getrennt wurde, wenn man das Gesuchte hatte (um Geld zu sparen). Damals dauerte nicht nur die Einwahl ewig, auch die Auswahl an Websites war eher spärlich. Es gab wenige (und meist nicht so wirklich interessante) Inhalte und die „User Experience“ … wie soll ich sagen? … war nicht von Bedeutung. Die Ladezeiten waren (aus heutiger Sicht) eine Katastrophe. Und wenn ich ehrlich sein soll, es war recht langweilig. Wenn Sie, lieber Leser, ein paar Jahre jünger sind und sich fragen, ob ich schon in der Steinzeit lebte, nein. Das war in den 90ern 😊. Damals, als wir noch SMS verschickten und diese auch löschen mussten, um weitere zu empfangen.

Aber zurück zum Kernthema.

Noch vor wenigen Jahren musste man, wollte man direkt auf eine Seite, ein „www.xxx.de“ eingeben. Vergaß man das www, landete man in der Suche auf Google und Co. Heute erreicht man die Seite mit beiden Varianten und schafft, gewollt oder nicht, so ein Duplikate Content-Problem. Und: Viele wissen gar nicht, dass ihre Seite doppelt gefunden wird.

So testen Sie, ob Ihre Seite doppelt gefunden wird:

Wenn auch Sie nicht so genau wissen, ob Ihre Seite mit oder ohne www gefunden wird oder ob es eine Domain-Weiterleitung gibt, dann können Sie das ganz einfach selbst testen. Geben Sie in die Adresszeile Ihres Browsers Ihre URL ein. Ich würde nun www.sichtbar.online eingeben. Danach geben Sie die URL ohne www ein. Also sichtbar.online. Bei der zweiten Eingabe fügt sich das www bei mir automatisch ein. Denn meine Seite hier leitet per 301 perfekt weiter. Ändert sich bei Ihnen nichts, gibt es keine Weiterleitung. Übrigens kann es sein, dass es bei Ihnen andersherum ist. Also dass Ihre Seite das www immer entfernt weil die Weiterleitung auf die URL ohne www eingerichtet ist. Das ist, wie ich Ihnen weiter unten erkläre, genauso gut. Wichtig ist nur, dass eine Weiterleitung eingerichtet wurde.

Wenn Sie bei diesem kleinen Test herausgefunden haben, dass es keine Weiterleitung gibt, dann können Sie die Domain-Weiterleitung wie hier beschrieben einrichten.

Die Lösung: eine einfache 301-Weiterleitung

Dabei ist die Lösung, wie eingangs erwähnt, recht simpel.

Sie richten eine 301-Weiterleitung ein. Das Ganze geschieht in der .htaccess-Datei Ihres Webservers. Auf diesen können Sie ganz einfach via FTP zugreifen. Einige Webspace-Anbieter bieten außerdem die Möglichkeit an, die Weiterleitung ohne .htaccess über die Verwaltungsoberfläche einzurichten. Gibt es diese Möglichkeit nicht, erstellen Sie entweder eine neue Datei, die Sie „.htaccess“ benennen oder Sie öffnen eine bereits bestehende Datei und fügen folgenden Code ein:

Options +FollowSymlinks
RewriteEngine on
RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www.ihr-domain-name-hier.de$ [NC]
RewriteRule ^(.*) http://www.ihr-domain-name-hier.de/$1 [L,R=301]

 

Braucht man das 2017 wirklich? Google müsste das doch erkennen können.

Die Frage danach, ob sich das wirklich lohnt, ist berechtigt. Im Zeitalter von RankBrain und künstlicher Intelligenz fragt man sich berechtigt, warum Google das Problem nicht einfach selbst löst. Es muss doch in der Lage sein zu erkennen, dass es sich nicht wirklich um Duplikate Content handelt. Oder nicht? Leider nicht. Warum auch immer. Fakt ist jedoch, dass Google die Weiterleitung will. Dafür sprechen mehrere „Indizien“. Zum einen gibt es in der Google Search Console nach wie vor die Möglichkeit, „die bevorzugte Domain“ mitzuteilen.

Außerdem findet sich die Anleitung zur bevorzugen Domain nach wie vor in der Search Console-Hilfe und Matt Cutts von Google hat bereits vor ein paar Jahren Stellung dazu genommen.

Was ist besser: Die Website mit www oder ohne? Gibt es da aus SEO-Sicht einen Favoriten?

Vor ein paar Wochen telefonierte ich mit dem Support-Team eines großen Hostinganbieters. Meinem Gesprächspartner fiel auf, dass die Seite um die es ging, bevorzugt über die Variante ohne www erreichbar ist. Er teilte mir ungefragt mit, dass die WordPress-Installation besser auf der URL mit www erreichbar sein sollte. Ich bedankte mich für die Info und beendete das Telefonat. Hatte ich was verpasst? Gab es eine neue Entwicklung?

Eine kurze Recherche ergab: nein. Google ist es (noch immer) total egal, ob die Seite nun mit oder ohne www zu erreichen ist. Solange es eine korrekte Weiterleitung gibt und auch bei der internen Verlinkung darauf geachtet wird, die bevorzugte URL einzutragen, ist alles save.

Mein Tipp: Gestalten Sie die Verlinkung einheitlich, dann machen Sie aus SEO-Sicht alles richtig.

Wenn Sie sich in der Google Search Console für eine URL entschieden haben, setzen Sie die entsprechende Domain-Weiterleitung per .htaccess-Datei. Außerdem sollten Sie auch die internen Links anpassen. Gerade bei älteren Seiten herrscht da ein großes Durcheinander. Hier können Sie nun entweder jeden Link einzeln eingeben und ändern, oder Sie nutzen ein entsprechendes Plugin. Verwenden Sie dazu etwa das WordPress-Plugin „Suchen & Ersetzen“. Wenn Sie das Plugin heruntergeladen und aktiviert haben, finden sie es unter dem Reiter „Werkzeuge“ auf Ihrem Dashboard. Damit können Sie Ihre Domain-URL schnell und effizient ersetzen.