Schritt für Schritt erklärt

In einer kleinen Umfrage auf meiner Facebook-Seite wollte ich wissen, woran eine SEO-Optimierung, egal, ob Onpage oder Onsite, scheitert. Neben den mangelnden Fremdsprachenkenntnissen, ja, SEO bräuchte ein eigenes Fremdwörterbuch, fehlt es an einer Anleitung, wie man seine Seite für die Suchmaschine optimiert. Deshalb gibt es heute meinen Leitfaden und auch ein paar Erklärungen dazu. Damit SEO nicht länger ein Buch mit sieben Siegeln bleibt.

 

Onpage und Onsite, wo liegt der Unterschied?

Ich sehe gerade förmlich Ihre Fragezeichen beim Lesen meiner Überschrift. „Was, man kann nicht nur Onpage optimieren, sondern auch noch Onsite? Spinnen denn diese SEOs nun komplett? Wo kommt das denn nun her?“ Treffer? Keine Angst. Im Grunde kennen Sie beides schon. Nur der Begriff war Ihnen vielleicht nicht geläufig.

Wörterbucheintrag

ie Onpage-Optimierung betrifft die einzelnen Unterseiten Ihrer Website.

 

Die Onsite-Optimierung analysiert die Performance Ihrer gesamten Website.

 

Wir starten mit dem großen Ganzen. Überprüfen Sie zunächst die Onsite-Optimierung

Kennt Google Ihre Seite?

Nur, wenn Google Ihre Seite indexiert hat, taucht sie in den Suchergebnissen auf. Daher ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt um herauszufinden, ob Google Sie ins Herz geschlossen hat.

  • Gehen Sie zu den Google-Webmaster-Tools.
  • Wenn Sie bereits ein Google-Konto haben, melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten an. Falls noch nicht, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um ein Konto einzurichten. Google liefert Ihnen kostenlos alle erforderlichen Daten. Direkt aus der Schaltzentrale. Einfacher und kostengünstiger geht es nicht. Natürlich können Sie auch auf andere Trackinganbieter zurückgreifen.
  • Analysieren Sie Ihre Seiten und Rankings für die wichtigsten Keywords.
  • Finden Sie heraus, ob Ihre gesamte Website indexiert ist, und spüren Sie Fehler auf.

 

Rechtliche Probleme können Sie sich sparen

Auch, wenn der Datenschutz und das Impressum nicht direkt ein Rankingfaktor sind – jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich zu vergewissern, dass alles stimmt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, kontaktieren Sie einen Anwalt. Um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, empfehle ich Ihnen die Erklärungen zum Datenschutz und zum Impressum von eRecht24.de. Achten Sie vor allem darauf:

  • Dass die Erklärungen auf dem neuesten Stand sind. Manchmal ändern sich die notwendigen Angaben quasi über Nacht. Behalten Sie die rechtliche Seite daher im Blick.
  • Hat die Datenschutzerklärung alle verwendeten Dienste aufgeführt? Google Analytics, Social-Media-Einbindungen, den Newsletter?

 

 

Haben Sie Werbung auf der Seite?

Mit Werbung auf der eigenen Seite lässt sich die Arbeit daran häufig refinanzieren. Beliebt als „passives Einkommen“, gibt es ein paar Fallstricke zu bedenken.

Tipp 1:

Sorgen Sie für ein gutes Verhältnis zwischen Werbung und Inhalten. Die Inhalte sollten außerdem richtig gut sein. Andernfalls könnte Google oder noch viel schlimmer, der User, Ihre Seite als minderwertig einstufen.

Tipp 2:

Checken Sie, ob sich auf Ihrer Seite versteckte Werbung befindet. Herausfinden können Sie das zum Beispiel, indem Sie Ihre Website zusammen mit Wörtern wie „Partnersuche“ oder „Viagra“ eingeben. Nein, ich mache keine Scherze. Ihnen werden sicher noch ein paar andere Wörter einfallen, die mit Ihrer Seite nicht in Verbindung gebracht werden sollten.

 

Nun geht es an die technischen Details Ihrer Seite

  1. Schnelle Ladezeiten sind Pflicht. Überprüfen Sie die Servergeschwindigkeit Ihrer Seite daher regelmäßig.
  2. Haben Sie ein SSL-Zertifikat? Nein? Dann aber schnell. Spätestens ab Herbst 2017 wird die sichere Verschlüsselung Einfluss auf das Google-Ranking nehmen.
  3. Jetzt wird es ein wenig technisch. Sorry, ich mach auch ganz schnell. Haben Sie sich für einen günstigen Hoster entschieden? Dann nutzt dieser vermutlich Shared Hosting. Dabei greift eine Vielzahl von Websites auf einen Server-Pool zurück. Das Pendant dazu ist übrigens das Free Hosting. Ich vergleiche das Shared Hosting gerne mit einer Reihenhaussiedlung. Hat einer der Bewohner ständig viel Besuch, gibt es keine Parkplätze. Vielleicht ist es ständig laut und schmutzig? So in etwa kann es auch beim Shared Hosting laufen. Ist einer Ihrer „Nachbarn“ „schlecht“, dann wirkt sich das auch auf Sie aus. Denn Sie teilen sich eine IP-Adresse.
  4. Sie nutzen noch eine Flash-Programmierung? Ersetzen Sie diese schnellstmöglich durch eine HTML5-Programmierung.
  5. Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Black-Hat-SEO ist pfui. Verzichten Sie auf solche Tricks.
  6. iFrames sind hilfreich. Sie geben Inhalte anderer Seiten auf Ihrer wieder. ABER: Google hat damit so einige Schwierigkeiten. Deshalb sollten Sie das eher restriktiv einsetzen.
  7. Ihre Seite musste umziehen? Das kommt vor. Achten Sie aber auf eine korrekte 301-Weiterleitung. So verlieren Sie keine wertvollen Suchmaschinenplatzierungen.
  8. Auf Kettenweiterleitungen sollten Sie verzichten. Früher oder später werden Sie eine der verlinkten Seiten löschen und schon haben Sie einen unnötigen Fehler auf Ihrer Website.

 

Doppelten Inhalten auf der Spur

Ok, dass Sie Texte von anderen Seiten nicht kopieren sollten, ist klar. Doch auch auf Ihrer eigenen Seite sollten sich die Texte nicht wiederholen. Doppelte Inhalte sind zwar gemäß den Google-Richtlinien nicht schlimm (auf der eigenen Seite), Google wird jedoch nicht alle Seiten gleich gut bewerten. Sie überlassen es bei doppelten Inhalten der Suchmaschine, welche Inhalte angezeigt werden und welche nicht. Unpraktisch, oder? Behalten Sie das Zepter doch lieber in der Hand und verzichten ganz einfach auf doppelte Inhalte. Ein kleines Aber: Wenn Sie Widgets einsetzen, die beispielsweise auf Ihrem Blog immer die gleichen Infos anzeigen sollen, produzieren Sie auch doppelte Inhalte. Aus SEO-Sicht sind diese Inhalte, meist nur wenige Wörter lang, absolut unproblematisch.

Außerdem wichtig:

  1. Checken Sie Ihre veröffentlichten Texte immer mal wieder. Geben Sie einfach den Text in das Google-Suchfeld ein. Ihre Texte werden kopiert? Ab zum Anwalt.
  2. Pro Keyword nur eine URL? Bitte nicht. Das ist SEO aus dem letzten Jahrzehnt.

 

Noindex – schließen Sie gezielt Seiten aus

  • Überflüssige URLs können Sie einfach löschen oder zumindest auf noindex setzen. Denn je mehr (überflüssige) Seiten vorhanden sind, desto schwächer wird Ihr PageRank. Um unnötige Seiten zu identifizieren, nutze ich übrigens ganz einfach Google Analytics. Hier schaue ich mir die Seiten an, die in den letzten 12 Monaten kaum Besucher fanden und/oder eine sehr hohe Absprungquote aufweisen. Diese lösche ich dann rigoros raus.
  • Sie haben Seiten mit wenig Text, einen Warenkorb? Solche Seiten sollten Sie aus dem Index ausschließen.
  • Vermeiden Sie 4xx- und 5xx-Fehler. Können Seiten nicht gefunden werden, frustriert das Ihre Besucher. Leiten Sie diese besser um. Falls eine Seite doch mal ausnahmsweise nicht gefunden werden kann, setzen Sie einen individuellen Text ein. Der darf, je nach Thema, ruhig lustig sein. Sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass der Nutzer nicht abspringt und doch noch findet, was er sucht.
  • Cookies, JavaScript und CSS machen Ihre Seite interessant. Suchmaschinen können damit aber nicht viel anfangen. Stellen Sie daher sicher, dass alle wichtigen Infos per HTML bereitgestellt werden.

 

Sie sind der Architekt Ihrer Seite

Wie bei einem Haus kommt es auch bei einer Website darauf an, wie die Architektur und die interne Verbindung sind. Sie können es sich tatsächlich bildlich vorstellen: ein Haus mit drei Etagen etwa. Unten befinden sich die Wohnräume. Sie sind besonders wichtig. Diese Räume werden meist von Besuchern gesehen. In der mittleren Etage befinden sich die Schlafräume. Hier finden nur wenige Besucher Zutritt. Oben, unter dem Dach, haben Sie Ihren Hobbyraum, oder die großen Kinder haben hier ihre privaten Räume. Ihre Gäste werden wohl eher selten den Weg nach oben finden. Genauso verhält es sich mit Google und anderen Suchmaschinen. Die erste Hierarchie Ihrer Seite, das Erdgeschoss, ist besonders wichtig. Hier sollten sich die wichtigsten Räume befinden. Je weiter entfernt Inhalte zu finden sind, desto unwichtiger sind sie für Google.

Neben der Architektur und Anordnung sollten Ihre Räume auch gut miteinander verbunden sein. Damit jedes Zimmer begehbar ist. Genauso verhält es sich mit der internen Verlinkung. Schaffen Sie diese „Flure und Türen“. Dann findet sich auch ein fremder Besucher zurecht. Die Verlinkung sollte sowohl vertikal als auch horizontal geschehen. So wird jedes Stockwerk und jedes Zimmer einfach erreicht. Ach so, wo wir gerade bei Seitenarchitektur sind: Links, die weiter oben sind, sind besser als die unteren. Daher sollten Datenschutz und Impressum eher im Footer untergebracht werden. Überprüfen Sie Ihre ausgehenden Links zudem regelmäßig. Broken-Links, weil es die Seite beispielsweise nicht mehr gibt, nehmen Ihrer Seite die Linkpower und sollten ausgetauscht werden.

 

Mit oder ohne www?

Ich glaube, die Frage, wo Ihre CMS-Installation wohnt, ist egal. Man liest immer mal eine Stellungnahme dazu. Von Google selbst gibt es bisweilen keine Meinung dazu. Viel wichtiger ist aber, dass es einen ordentlichen Redirect gibt. Ansonsten produzieren Sie doppelte Inhalte.

Machen Sie es wie Hänsel und Gretel

Streuen Sie Brotkrümel, damit sich Ihre Besucher leichter zurechtfinden. Breadcrumbs erleichtern die Navigation. Zeigen Sie Ihren Besuchern auch, wo es langgeht. Ihre Links sollten sichtbar sein. Der Nutzer sollte sofort wahrnehmen können, dass es dort weitergeht.

 

Textlinks sind besser als URL-Links

Das muss nicht zusätzlich erklärt werden, oder? Achten Sie darauf, dass die Linktexte zum Link passen.

 

Nächste Woche geht es dann weiter mit Themen wie:

  • Der Ladegeschwindigkeit
  • Dem Einrichten der Webmaster-Tools
  • Nutzerfreundlichen Designs

 

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